IMO 2006

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Im Jahre 2006 fand vom 10. bis 18. Juli die Internationale Mathematik Olympiade in Ljubljana, Slowenien statt. Für die Österreichische Mannschaft gab es von 6. bis 9. Juli noch ein Last Minute Training in Millstatt.

Die Österreichische Mannschaft

Name Funktion
Thomas Mühlgassner Leader
Clemens Heuberger Observer A
Heinrich Josef Gstöttner Observer A
Walther Janous Deputy Leader
Yimin Ge AUT 1
Jakob Preininger AUT 2
Sara Kropf AUT 3
Michael Moßhammer AUT 4
Peter Gila AUT 5
Fabian Mayrhuber AUT 6

Robert Geretschläger war im Problem selection committee tätig.

Offizielles Programm

Date Leaders Deputy Leaders Contestants
July 6 (Thursday) Arrival
July 7 (Friday) Jury meeting
July 8 (Saturday) Jury meeting
July 9 (Sunday) Jury meeting
July 10 (Monday) Jury meeting Arrival Arrival
July 11 (Tuesday) Opening Ceremony Opening Ceremony Opening Ceremony
July 12 (Wednesday) Questions/Answers 1st day of contest
July 13 (Thursday) Questions/Answers 2nd day of contest
July 14 (Friday) Coordination Coordination Excursion
July 15 (Saturday) Coordination Coordination Excursion
July 16 (Sunday) Excursion Excursion Excursion
July 17 (Monday) Closing ceremony Closing ceremony Closing ceremony
July 18 (Tuesday) Departure Departure Departure

Ergebnisse

Teilnehmer Punkte Preis
AUT 1 (Yimin Ge) 18 Bronze
AUT 2 (Jakob Preininger) 12 Honourable Mention
AUT 3 (Sara Kropf) 11 Honourable Mention
AUT 4 (Michael Moßhammer) 15 Bronze
AUT 5 (Peter Gila) 16 Bronze
AUT 6 (Fabian Mayrhuber) 11 Honourable Mention

Cutoffs

42 Goldmedaillen für \geq 28 Punkte (von 42)
89 Silbermedaillen für \geq 19 Punkte
122 Bronzemedaillen für \geq 15 Punkte
253 Medaillen bei 498 Teilnehmern


Tagebuch

Während der IMO wurde, beginnend mit 10. Juli, von der IMO Mannschaft (meinstens von Yimin) jeden Tag Online-Tagebuch geführt, in der die wichtigsten Ereignisse der IMO festgehalten werden sollten. Im folgenden sei nun eine leicht abgeänderte Version (hauptsächlich ausgebesserte Rechtschreib- und Grammatikfehler) widergegeben, die Originalversion befindet sich hier.

Eintragungen vom Montag, 10. Juli 2006

Eintragung vom 10. Juli 2006, 19:23

Nachdem wir 4 wunderschöne Tage in Millstatt verbracht haben, mit wunderschönem See und netten Südafrikanern (ja, die waren auch da, wurden von Prof. Geretschläger eingeladen) ging es heute (Montag) in der Früh los.

Nach einer Viertelstunde Photoshooting fuhren wir mit dem Bus zum Bahnhof und warteten schließlich fast eine Stunde auf unseren Zug, der (wie könnte es anders sein) verspätet kam. Die Zugfahrt war abwechslungsreich, wir machten u.a. Bekanntschaft mit dem Niederländischen Team und spielten mit den Südafrikanern, welche sich die erste Klasse gönnten, diverseste Kartenspiele.

Nach etwa zwei Stunden Fahrt erreichten wir schließlich Laibach, wo uns unser Guide Anja Drozg bereits erwartete. Zur Überraschung aller spricht sie kaum Deutsch.

Die Bekanntmachung mit der Unterkunft fiel, nunja, nüchtern aus.

...wir gehen jetzt essen, wir kommen später wieder und setzen unseren Erlebnisaufsatz fort.

Eintragung vom 10. Juli 2006, 20:01

Wie bereits berichtet fiel die Bekanntmachung mit der Unterkunft eher nüchtern aus. Verwöhnt von den 4 & 5 Sterne Hotels in Athen und Merida waren wir von einem durchschnittlichen Studentenheim eher enttäuscht. Zwar gibt es in jedem Stockwerk Fernseher und Computer (welche leider fast immer besetzt sind), doch fehlen einige Bequemlichkeiten. Während wir uns mit kleinen Zimmern, kaputten Fenstern und auf dem Gang befindlichen Bädern/Toiletten abfinden können, fallen leider andere Unbequemlichkeiten eher stärker ins Gewicht. Zum einen ist die Unterkunft nicht klimatisiert (was sehr stark merkbar ist), zum anderen gibt es recht wenig zu tun, denn die meisten verfügbaren Aktivitäten hier (Darts, Billiard, Air-Hockey), welche wir in Merida umsonst nutzen konnten, kosten hier etwas. Doch zumindest das Essen ist wider unserer Erwartung recht gut.

Offiziell dürfen wir nach 21 Uhr das Heim nicht mehr verlassen und im Grunde genommen müssen wir jeden Fußschritt unserem Guide mitteilen. Mit dem Gefühl, im Kindergarten gelandet zu sein, fragen wir uns, ob nur unser Guide so streng ist, oder ob dies generell der Fall ist. Zumindest in den letzten Jahren war alles viel lockerer.

Eintragungen vom Dienstag, 11. Juli 2006

Eintragung vom 11. Juli 2006, 18:56

Nach dem Frühstück, bei dem wir gerade noch einen gemeinsamen Tisch für unser Team ergattern konnten, ging es erstmals ins Stadtzentrum, wo einige essentielle Einkäufe getätigt werden mussten (Postkarten und dergleichen). Gezahlt werden kann manchmal bereits in Euro, allerdings sind dafür angeschriebene Euro-Preise oftmals nur eine notwendige und keine hinreichende Bedingung, wie wir alle feststellen mussten. So kam es, dass u.a. Sara ein extrem überteuertes Eis essen 'musste'. Während dieser Tour wurden wir von diversesten Teams begleitet, wie z.B. den Iren, den Luxenburgern und dem Lichtensteiner (man beachte den Singular). Auch ein obligatorischer Spaziergang durch den nichtmal kleinen Park war heute Vormittag drin.

Beim Mittagessen erlebten wir unsere nächste Überraschung. Auf dieses wartete nämlich eine Schlange von mindestens 200 Personen. Nachdem wir uns also geduldig anstellten, nach langer Wartezeit schließlich doch eine Mahlzeit bekamen und diese dann umso genüßlicher verschlangen, stellten wir fest, dass die Länge dieser Schlange lange Zeit kein bisschen abzunehmen schien. Erste weit über eine Stunde nach der offiziellen Mittagsesseneröffnung schien die Schlange langsam kürzer zu werden.

Um drei Uhr am Nachmittag ging es dann (zu Fuß) zur jährlich stattfindenden IMO-Opening-Ceremony, einer festlichen Eröffnungsfeier, bei dem wir zuerst etliche Reden über uns ergehen lassen mussten und schließlich alle 92 teilnehmenden Länder über die Bühne stolzierten. Auch einige musikalische Einlagen waren dabei: Gut klingende slowenische Volksmusik, zu der gesungen und gespielt wurde, u.a. mit einer Geige, Klarinette, einer Mundharmonika und einem Cello (mit ganzen zwei Saiten).

Mittlerweile sind wir von der Opening zurück (nicht ohne vorher ein Eis zu essen) und warten ungeduldigst auf das Abendessen.

Eintragungen vom Mittwoch, 12.Juli 2006 (erster Wettbewerbstag)

Eintragung vom 12. Juli 2006, 14:31

Hier die Aufgaben vom ersten Tag:

Beispiel 1) Es sei ABC ein Dreieck mit Inkreismittelpunkt I. Für einen Punkt P im Inneren eines Dreiecks gelte: \angle PBA+ \angle PCA = \angle PBC + \angle PCB Man beweise die Ungleichung AP\geq AI mit Gleichheit genau dann, wenn P = I.

Beispiel 2) Gegeben sei ein regelmäßiges 2006-Eck P. Eine Diagonale von P heiße gut, wenn deren Endpunkte den Rand von P in zwei Teile zerlegen, die jeweils aus einer ungeraden Anzahl von Seiten von P bestehen. Auch die Seiten von P heißen gut. Nun werde P durch 2003 Diagonalen in Dreiecke zerlegt, wobei keine zwei Diagonalen einen Schnittpunkt im Inneren von P haben. Man bestimme die maximale Anzahl von gleichschenklilgen Dreiecken mit zwei guten Dreiecksseiten, die in einer solchen Zerlegung von P auftreten können.

Beispiel 3) Man bestimme die kleinste reelle Zahl M, sodass für alle reellen a,b,c die folgende Ungleichung gilt: \left| ab\left(a^2-b^2\right)+bc\left(b^2-c^2\right)+ca\left(c^2-a^2\right)\right| \leq M\cdot\left(a^2 + b^2+c^2\right)^2

Selbsteinschätzung:

Yimin Ge 7 1 0
Jakob Preininger 7 2 1
Sara Kropf 7 5 0
Michael Moßhammer 7 1 1
Peter Gila 4 1 0
Fabian Mayrhuber 7 5 0

Wie die meisten womöglich feststellen werden, ist das erste Beispiel für ein IMO-Beispiel extrem einfach. Auch das zweite Beispiel schien nicht schwer zu sein, allerdings gibt es ein paar analphabetische Vollidioten wie mich (Yimin), die das Wort gleichschenklig überlesen und ein halbtriviales Beispiel lösen. Michi scheint auch Leseschwächen (wenn auch geringere) zu haben, da er 1003 statt 2003 las. Das dritte Beispiel war sicherlich sehr schwer.

Nach ersten Umhören und -fragen haben die meisten die ersten zwei Beispiele gelöst. Falls morgen wieder z.T. so leichte Beispiele kommen, dürfte Bronze-Cuttoff heuer bei etwa 20 Punkte liegen.....

Eintragung vom 12. Juli 2006, 21:59

Nach einem essbaren Mittagessen ging das Umfragen und -hören weiter, bei dem sich herausstellte, dass das erste Beispiel in der Tat von nahezu allen gelöst wurde, und schließlich versuchten doch alle den Wettbewerb zu verdrängen. Zu diesem Zwecke bedienten wir uns einer hier stark verbreiteten und beliebten Beschäftigung: Mafia spielen - einem Spiel, das ihr wahrscheinlich alle kennt und, wie euch daher sicherlich bewusst ist, sogar einen wesentlich komplizierteren Denkprozess als Liero erfordert. Den Großteil des Nachmittags in diese lehrreiche Beschäftigung investiert, kamen wir nicht um ein kurzes Diskutieren der heutigen Beispiele herum, bis schließlich das lang ersehnte Abendessen kam (bei dem, wie könnte es anders sein, wieder einmal alle Schlange standen). Der restliche Abend wurde dann größtenteils mit Tarock-Spielen verbracht.

Eintragungen vom Donnerstag, 13. Juli 2006 (zweiter Wettbewerbstag)

Eintragung vom 13. Juli 2006, 14:27

Hier die Aufgaben vom zweiten Tag:

Beispiel 4) Man bestimme alle Paare ganzer Zahlen (x,y), welche die folgende Gleichung erfüllen: 1 + 2x + 22x + 1 = y2

Beispiel 5) Sei P(x) ein Polynom vom Grad n>1 mit ganzzahligen Koeffizienten. Ferner sei k eine positive ganze Zahl. Sei Q(x)=P(P(...P(x))...), wobei P genau k Mal auftritt. Man beweise, dass höchstens n ganze Zahlen t mit Q(t)=t existieren

Beispiel 6) Gegeben sei ein konvexes Polygon P. jeder Seite b von P wird das Maximum der Flächeninhalte jener Dreiecke zugeordnet, die in P liegen und die Seite b als eine ihrer Seiten haben. Man beweise, dass die Summe der Flächeninhalte, die den Seiten von P zugeordnet wurden, mindestens doppelt so groß wie der Flächenhalt von P ist.

Selbsteinschätzung:

Yimin Ge 7 3 0
Jakob Preininger 2 1 0
Sara Kropf 1 1 0
Michael Moßhammer 7 6 1
Peter Gila 7 0 0
Fabian Mayrhuber 0 1 0

Der zweite Tag schien um einiges schwerer gewesen zu sein als der erste, nach erstem Umhören haben heute einige Teams, die gestern recht viel hatte, nahezu nichts. Dennoch gibt es einige Fallen, zB bei Beispiel 1 das Vergessen auf die negativen y-Werte (Yimin, Michi) oder das Vergessen auf das Überprüfen von x=-1.

Wir werden demnächst versuchen, ein Mittagessen zu ergattern (die Schlange ist laaaannnnnggggg)

Eintragung vom 13. Juli 2006, 22:56

Kurz vor dem Mittagessen sprachen wir noch ein kurzes Wörtchen mit Prof. Janous, der bereits einige andere Deputies getroffen zu haben schien, die nicht ganz so begeistert von der heutigen Leistung ihres Teams waren. Unseren eigenen Umfragen und -hören zufolge wurde trotzdem das vierte Beispiel von ziemlich vielen gelöst.

Auch verloren wir nach und nach die Hoffnung, noch heute unseren Leader (Prof. Mühlgassner) und die Observer (Prof Gstöttner und Prof. Heuberger) zu treffen um ihnen unsere Einschätzungen mitzuteilen.

Nachdem wir dann zu Mittag nach ewigem Warten endlich ein Mittagessen erkämpfen konnten, musste die restliche Zeit totgeschlagen werden. Zu diesem Zwecke wurde wieder einmal zur üblichen Beschäftigung gegriffen: Mafia spielen. Nach dem Abendessen nahmen wir zur Abwechslung einmal an sportlichen Aktivitäten wie Freesby oder Volleyball teil.

Eintragungen vom Freitag, 14. Juli 2006

Eintragung vom 14. Juli 2006, 21:16

Nachdem gestern am Abend doch noch herausgefunden werden konnte, wann heute Frühstück und Abfahrt (zur Exkursion) ist, konnten wir beruhigt unseren Wecker stellen und heute in der Früh rechtzeitig frühstücken. Bis zum Schluss wusste allerdings niemand so wirklich, wo (und in welcher Reihenfolge) wir heute hinfahren würden.

Anfangs ging es nach Piran, einer kleinen Stadt an der Küste der Adria. Bedingt durch das Anhaben von langen Hosen (auf den Grund komme ich zurück) schmorten wir unter der prallen Sonne, doch ein kleines Eis konnte dieses Wehwehchen lindern. Nach einer knappen dreiviertel Stunde ging es dann weiter nach Portorož, wo wir kurz nach der Ankunft unseren Leader Prof. Mühlgassner und die Observers Prof. Gstöttner und Prof. Heuberger trafen. Die Zeit, die wir dafür zur Verfügung gestellt bekamen, mit ihnen über die Richtigkeit unserer Lösungen zu sprechen, fiel eher kurz aus, doch zumindest konnten wir dies beim Schwimmen in der Adria tun. Danach ging es wieder auf ein Eis (diesmal wurden alle, die eine (fast) vollständige Lösung beim vierten Beispiel (Zahlentheorie, was denn sonst) aufweisen konnten, von Prof. Heuberger eingeladen) und danach weiter zu einem kleinen Rastplatz, bei dem wir unser Mittagessen (kaltes Lunchpaket) einnahmen und eine eher bescheidenere Höhle besuchten. Danach ging es zum Höhepunkt der heutigen Exkursion, der Postojnska Jama Tropfsteinhöhle. Der Besuch bei diesem Naturwunder begann mit einer 2km langen Zugfahrt, bei der wir einen ersten Eindruck über das gigantische Ausmaß des Höhlensystems, das insgesamt 20km lang ist, bekamen. Dem folgte ein kurzer Fußmarsch von etwa 1km. Die Hauptattraktion in solchen Tropfsteinhöhlen sind selbstverständlich gigantische Stalagmiten und Stalaktiten, wobei diese oft interessante Fachbezeichnungen wie 'Spaghetti' hatten.

Die Busfahrt zurück nach Laibach verschliefen fast alle.

'Zu Hause' angekommen (es war bereits nach 19:00), waren allerdings auf einmal alle munter, denn das nächste Highlight des Tages stand an: Die Veröffentlichung erster Teilergebnisse. Wir werden diese noch nicht verraten, sondern überlassen es euch, diese herauszufinden. Hier einige Hinweise:

  • Von den österreichischen Lösungen wurden bereits alle der Beispiele 1 und 3 korrigiert
  • Bei beiden Beispielen gilt: Weiß man jeweils die Gesamtpunktezahl aller Österreicher bei dem Beispiel, so weiß man auch deren Aufteilung auf die einzelnen Teilnehmer
  • Insgesamt wurden beim ersten Beispiel mehr Punkte erreicht, als beim dritten

Eintragungen vom Samstag, 15. Juli 2006

Eintragung vom 15. Juli 2006, 14:42

Heute in der Früh ging es zur Sightseeing-Tour durch Laibach, wobei wir größtenteils mit den Deutschen unterwegs waren und einige Black-Stories gelöst haben.

Kurz nachdem wir dann zu Mittag gegessen hatten, kam eine weitere überraschende Nachricht: Die vorläufigen Ergebnisse von Österreich sind bereits da:

Teilnehmer Punkte
AUT 1 (Yimin Ge) 7 1 0 7 3 0 18
AUT 2 (Jakob Preininger) 7 1 0 3 1 0 12
AUT 3 (Sara Kropf) 7 1 0 3 0 0 11
AUT 4 (Michael Moßhammer) 7 1 0 6 1 0 15
AUT 5 (Peter Gila) 7 1 0 7 1 0 16
AUT 6 (Fabian Mayrhuber) 7 1 0 2 1 0 11

Bronze-Cutoff wird auf etwa 13-15 Punkte geschätzt, über Silber- und Gold-Cuttoff wird noch heftigst diskutiert (wobei diese für das österreichische Team eher uninteressant sind).

Eintragungen vom Samstag, 16. Juli 2006

Eintragung vom 16. Juli 2006, 08:14

War das ein schwerer Abend gestern! Die Ergebnislisten wurden vollständiger und das Zittern wurde stärker. Zunächst machten wir es uns kurz nach dem Abendessen vor einem Computerraum gemütlich und lösten bloß Black-Stories, als wir langsam Wind von den heftigen Diskussionen über Ergebnisse und Medaillen-Cuttoffs im Computerraum bekamen. So langsam begannen wir dann auch, mitzufiebern, wobei eine unserer wichtigsten Quellen Mathlinks (#101109, bei ca Seite 6 stiegen wir ein) war. Es wurden Programme geschrieben, die errechnen sollten, wo die Cutoffs liegen würden, es wurde gezählt, wie viele Teilnehmer 28+ bzw 29+ Punkte haben, um die Gold-Grenze einschätzen zu können. Und es wurde über die Bronze-Grenze heftiger denn je diskutiert, da diese u.a. ja auch die Cutoffs der Silber- und Goldmedaillen beeinflusst. Bis zum Schluss wusste niemand, ob Bronze-Grenze bei 15 oder 16 Punkten lag. Offiziell heißt es, die Anzahl der Medaillenträger darf die Hälfte aller Teilnehmer nicht überschreiten. Läge die Grenze bei 15 Punkten, so wären etwa 52% Medaillenträger, wäre sie bei 16 Punkten, so wären es nur noch etwa 40%.

Als dann schlussendlich die Medaillen-Cutoffs veröffentlicht wurden (Bronze ab 15 Punkten, Silber ab 19 Punkten, Gold ab 28 Punkten), wurde gefreut, gejubelt, umarmt aber auch geweint. Am meisten freute sich Michi, der gar nicht mehr mit einer Medaille gerechet hatte. Leider darf ich (Yimin) mich hier im Forum nicht ausheulen und schreiben, wie sehr ich mich ärgere, um nur einen Punkt Silber verpasst zu haben, da ich sonst riskiere, von Sara verprügelt zu werden.

Insgesamt erreichten wir in der (inoffiziellen) Länderwertung den 42. Platz, welcher ein Abstieg von zwei Plätzen gegenüber letztem Jahr ist.

Eintragung vom 16. Juli 2006, 20:12

Der heutige Ausflug führte uns zuerst nach Vintgar, einer wunderschönen Klamm im Norden von Slowenien, also fast in Österreich. Nach einer kurzen Wanderung dort ging es, ohne sich vorher zu verlaufen, weiter zum Bled-See, wobei uns dort nur ein Aufenthalt von 30 Minuten gegönnt wurde. Diese nutzten wir aus, um eine sog. 'kremšnite' (Cremeschnitte) zu genießen. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir dann am Fuße von Krajnska Gora, wo wir zuerst ein kleines BBQ verschlangen, wobei die Kellner wirklich geizig waren und Nahrungsmittel nur gegen spezielle Bons eintauschen wollten. Glücklicherweise vergaßen sie dies bei Michi und Yimin, weshalb wir letztlich doch noch satt wurden. Auch Peter konnte sich nach einigem (vorgetäuschten) Gejammere noch etwas erbeuten. Etwas später trafen wir noch unseren Leader Prof. Mühlgassner, unsere beiden Observer Prof. Gstöttner und Prof. Heuberger und unseren Deputy Leader Prof. Janous. Auch Prof. Geretschläger gesellte sich zu uns. Bis ca. 17:00 wurde dann über diverseste Themen bezüglich der IMO (vor allem Beispiele und unsere (nur zum Teil vorhandenen) Lösungen) diskutiert. Auch wurden einige Geschichten der Koordination (Korrektur) preisgegeben.

Heute hat ein Australischer Teilnehmer Geburtstag und die Feier hat soeben begonnen. Deshalb marschieren wir einmal los.

Eintragungen vom Montag, 18. Juli 2006

Eintragung vom 18. Juli 2006, 20:42

Der gestrige Vormittag war eine Gelegenheit zum Ausschlafen, da kein Programm vorlag. Es wurden letzte Einkäufe getätigt, Schach gespielt und gelangweilt.

Am Nachmittag ging es dann los zur Closing-Ceremony, dem Gegenstück zur Opening-Ceremony. Obwohl diese offiziell erst um 16:00 begann und der Veranstaltungsort für uns in 20 Gehminuten erreichbar war, gingen wir bereits kurz nach zwei los. Dort angekommen, fielen zuerst die für das Abschlussbankett festlicht aufgedeckten runden Tische auf. Nach und nach trafen die Mannschaften ein und es wurden letzte Geschenke getauscht und letzte Fotos geschossen.

Die Closing-Ceremony lief eher unspektakulär ab. Anfangs wurden einige Fotos und dann Videos der IMO gezeigt (sowohl von Seiten der Teilnehmer als auch von Seiten der Leader), danach mussten wir, wie bei solchen Veranstaltungen üblich, wieder viele viele Reden über uns ergehen lassen, bis es schließlich zur Medaillenverleihung kam. Die Medaillen wurden in absteigender Reihenfolge der erreichten Punkte bzw. Medaille verteilt, wobei den Perfect Scorers (heuer 'nur' 3, einer aus China, einer aus Moldawien und einer aus Russland) ein eigener Auftritt gegönnt wurde. Zwischen Gold uns Silber bzw. Silber und Bronze gab es dann, dieses Mal sehr lange, Musik- und Tanzeinlagen. Für alle Goldmedaillisten gab es dann neben der Medaille noch Sachpreise. Die Closing-Ceremony wurde mit dann mit einem Ausblick auf Vietnam und der Überreichung der IMO-Flagge abgeschlossen, wobei Letzteres für ziemlich lautes Lachen sorgte, da das Abnehmen der Flagge vom Halter anscheinend nicht geprobt wurde und dementsprechend lange dauerte (es tut mir leid, mir fehlen leider die Worte, um dieses amüsante Ereignis zu beschreiben).

Der Closing-Ceremony, welche über zwei Stunden dauerte, folgte das Abschlussbankett, welches im Vorjahr aufgrund eines Hurrikans ausfiel. Dieses Festmahl war wirklich ein würdiger Abschluss, es gab verschiedenste köstlichste Fleischgerichte, viele Kuchensorten und etliche andere Spezialitäten, sogar Alkohol gab es (auch für Teilnehmer), jedoch haben alle österreichischen Medaillenträger dankend auf diesen verzichtet.

Als sich nach und nach die Bäuche füllten und die Gerichte abgeräumt wurden, fing es plötzlich an Musik zu spielen, welche das Festbankett in eine Party umwandelte. Außerhalb des Veranstaltungsgebäudes wurden daweil noch Geschenke verteilt, Fotos geschossen und sonstige Gespräche geführt.

Als gegen 22:00 viele wieder ins Studentenheim zurückkehrten, wurde ein letztes Mal Mafia und ein letztes Mal Warsigns gespielt, ehe einige (nicht alle - einige machten die Nacht durch) zu Bett gingen.

Heute in der Früh ging dann die Abreise los. Bereits beim Frühstück schien die Anzahl der anwesenden Leute wesentlich abgenommen zu haben. Kurz nach acht wurden Michi und Sara von Prof. Mühlgassner und Prof. Heuberger mit dem Auto abgeholt. Die restlichen Teilnehmer fuhren dann mit Prof. Janous und Prof. Gstöttner zum Bahnhof, wo sich Fabian, der nach Italien fuhr (für mich völlig überraschend), von uns verabschiedete. Der Rest fuhr dann etwas weniger als zwei Stunden nach Villach, wo sich die Gruppe dann endgültig auflöste und jeder seinen eigenen Heimweg antritt.

Zusammenfassend war diese IMO in vieler Hinsicht sicherlich eine Klasse für sich. Auch wenn die Unterkunft betreffend einige Mängel aufzuweisen sind, so muss man doch bedenken, dass Slowenien eines der kleinsten Länder ist, die je eine IMO veranstaltet haben. Die Atmosphäre zwischen den verschiedensten Ländern war großartig, die Exkursionen (insbesonders der spektakuläre Besuch in der Tropfsteinhöhle) waren imposant und sogar das Ergebnis der österreichischen Mannschaft kann sich sehen lassen. Wir werden uns sicherlich noch lange an die glückliche Zeit in Laibach aber vor allem auch in Millstatt erinnern.


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