Wettbewerbe

Inhaltsverzeichnis

Regionale Wettbewerbe

Der Kurswettbewerb/Qualifikationswettbewerb

Der erste Wettbewerb, den du bestreiten musst, ist der Kurswettbewerb. Er dauert im Allgemeinen etwa 3 Stunden. Die Beispiele, die du lösen musst, werden dabei von deinem Kursleiter zusammengestellt. Im Prinzip liegen die Organisation, die Erstellung der Beispiele und die Festlegung der Regeln beim Kursleiter. Ihm bleibt es also überlassen, ob er dir Beispiele stellt, die im Kurs schon in irgendeiner Form besprochen wurden oder ob er Beispiele gibt, die du komplett neu erarbeiten musst. Natürlich ist Letzteres sinnvoller im Hinblick auf die folgenden Wettbewerbe. Auch die Festlegung der Regeln obliegen dem Kursleiter. Er kann also bestimmen, ob beispielsweise Taschenrechner, Formelsammlungen und andere Hilfsmittel oder Unterlagen verwendet werden dürfen oder nicht.

Meist gibt es 3 bis 4 Beispiele, die du in der festgelegten Zeit (entweder die Kursdauer oder etwas mehr) zu lösen versuchen sollst. Dann werden die Blätter eingesammelt und von deinem Kursleiter korrigiert. Danach erfährst du deine Punktezahl. Sei bitte nicht geschockt, wenn das, in Schulnoten umgerechnet, keine allzu gute Note wäre. Wenn der Wettbewerb schwer war, kannst du selbst dann in die nächste Runde kommen, wenn du nur weniger als die Hälfte der Punkte erreicht hast (also in der Schule eine 5 kassiert hättest). Die besten 30 Prozent jedes Kurses steigen auf und dürfen sich etwa einen Monat später im Landeswettbewerb (Anfänger) oder Gebietswettbewerb (Fortgeschrittene) messen.

Auch die Punkteverteilung kann beim Kurswettbewerb der Kursleiter bestimmen. Meistens entscheiden sich die Kursleiter aber entweder für 8 Punkte pro Beispiel (wie bei späteren Bewerben üblich), oder aber für mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad der Beispiele ansteigende Punkte. Somit kann auch die maximal erreichbare Punktezahl von Kurs zu Kurs verschieden sein.

Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit, an der Mathematik Olympiade teilzunehmen auch ohne einen Kurs besucht zu haben. Dazu dient der Qualifikationswettbewerb. Er wird pro Gebiet (siehe Gebietswettbewerb) oder Bundesland einmal abgehalten (meist zusammen mit einem Kurswettbewerb). Die Regeln sind daher dieselben wie bei dem gleichzeitig stattfindenden Kurswettbewerb, es gibt nur meist mehr und/oder andere (leichtere) Beispiele. Auch hier steigen die Besten auf und dürfen am Gebietswettbewerb (bzw. Landeswettbewerb) teilnehmen.

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Der Landeswettbewerb für Anfänger

Im ersten Jahr, in dem du an der ÖMO teilnimmst, folgt auf den Kurswettbewerb der Landeswettbewerb für Anfänger. Typischerweise findet er Mitte Juni statt und erstreckt sich über zwei Tage: Am ersten Tag findet der eigentliche Wettbewerb statt, am zweiten Tag die Siegerehrung. Dazwischen müssen die Kursleiter die Lösungen korrigieren.

Beim Landeswettbewerb gibt es vier Aufgaben, die in allen Bundesländern gleich sind. Ein paar Angabeblätter haben wir in unserer Beispielsammlung online gestellt. Schüler aus der vierten Klasse und Anfänger aus der Oberstufe schreiben den gleichen Wettbewerb. Für Erstere gibt es aber eine eigene Rangliste, sodass der Bewerb fair bleibt.

Für Anfäger ist der Landeswettbewerb die höchste Stufe, es gibt keinen Bundeswettbewerb.

Der Gebietswettbewerb

Für den Gebietswettbewerb ist Österreich in die folgenden 3 Gebiete eingeteilt:

Einteilung in die Gebiete: Wien, Niederösterreich, Burgenland (=Ost) - Steiermark, Kärnten (=Süd) - Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg (=West)

Der Gebietswettbewerb erstreckt sich über 3 Tage. Das heißt, du bist 3 Tage von deiner Schule für die Mathematik Olympiade freigestellt. Der erste Tag dient der Anreise (alle Teilnehmer eines Gebiets schreiben diesen Wettbewerb an ein- und demselben Ort). Am 2. Tag findet am Vormittag der Wettbewerb statt, der Nachmittag und Abend sind frei (zumindest für die Teilnehmer; die Lehrer verbessern in der Zeit deine Lösungen). Am letzten Tag findet am Vormittag noch die Siegerehrung statt, danach geht es dann wieder ab nach Hause.

Während des Gebietswettbewerbs wirst du von einem Lehrer begleitet (meist der Lehrer, der auch den Qualifikationswettbewerb abhält). Das heißt aber nicht, dass das Ganze restriktiv wie eine Schulveranstaltung abläuft.

Der Gebietswettbewerb läuft schon wesentlich strenger ab als der Kurswettbewerb. Sowohl die Regeln als auch die Beispiele sind österreichweit einheitlich (folglich müssen alle Gebietswettbewerbe auch zur gleichen Zeit stattfinden). Ab diesem Wettbewerb gibt es einen Sitzplan, d.h. es wird darauf geachtet, dass du nicht in der Nähe deiner Kurskameraden sitzt. Außerdem sind keine Taschenrechner mehr erlaubt, und auch Formelsammlungen müssen vor dem Wettbewerb zur Begutachtung abgegeben werden. Generell ist Schummeln jedweder Art natürlich verboten.

Der Gebietswettbewerb besteht aus 4 Beispielen, für die du 4 Stunden Zeit hast. Nimm dir also was zu essen/trinken mit und denk daran, auch einmal eine Pause einzulegen! Nach dem Wettbewerb werden deine Lösungen sofort korrigiert, und du erfährst bereits am nächsten Tag bei der Preisverleihung, ob du dich für den Bundeswettbewerb qualifiziert hast. Im Allgemeinen qualifizieren sich etwa 15 Teilnehmer für den Bundeswettbewerb (die genaue Anzahl variiert von Jahr zu Jahr und von Gebiet zu Gebiet. Sie hängt unter anderem von der Anzahl der Teilnehmer ab, die schon einmal bei einem internationalen Bewerb waren). Wenn du es geschafft und dich qualifiziert hast, geht es - wieder ca. 1 Monat später - weiter zum Bundeswettbewerb.

Ab dem Gebietswettbewerb ist auch die Punktevergabe einheitlich geregelt. Du bekommst nun pro gelöstem Beispiel 8 Punkte, also insgesamt maximal 32 Punkte. Wieviele Punkte du brauchst, um dich für den Bundeswettbewerb zu qualifizieren, ist von Jahr zu Jahr verschieden. Im Allgemeinen brauchst du aber zwischen 15 und 20 Punkte (auch wenn es schon Jahre gab, in denen man sich schon mit 12 oder aber erst mit 25 Punkten qualifiziert hat).

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Bundesweite Wettbewerbe

Des Bundeswettbewerbs 1. Teil (a.k.a. Zwischenwettbewerb)

Nach einer Woche Vorbereitungskurs in Raach findet der erste Teil des Bundeswettbewerbs statt. Bei ihm bekommst du 4 Aufgaben gestellt, für die du 4,5 Stunden Zeit hast. Die Regeln sind hier noch um einiges strenger als beim Gebietswettbewerb. So muss zum Beispiel das Papier, das du während des Wettbewerbs verwendest, schon am Tag vor dem Wettbewerb beschriftet werden und darf danach nicht mehr verändert werden (angeblich wird es sogar in einem Safe eingeschlossen!). Ansonsten gelten natürlich alle Bestimmungen des Gebietswettbewerbs weiter.

Deine Lösungen werden auch beim Zwischenwettbewerb gleich am selben Tag korrigiert und du erfährst noch in der Nacht (wenn du lange genug aufbleibst ;-)), wie du abgeschnitten hast. Für etwa die Hälfte des Teilnehmerfeldes ist hier Endstation. Sie müssen am nächsten Tag nach Hause fahren. Die andere (glücklichere?) Hälfte darf in Raach bleiben und sich noch eine Woche auf den 2. Teil des Bundeswettbewerbs vorbereiten.

Auch beim 1. Teil des Bundeswettbewerbs kannst du pro Beispiel maximal 8 Punkte bekommen. Insgesamt gibt es also wieder 32 Punkte zu erreichen. Die Qualifikationsschwelle liegt hier meist etwas niedriger als beim Gebietswettbewerb (bei ca. 10 Punkten).

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Des Bundeswettbewerbs 2. Teil (a.k.a. ÖMO)

Nach ein bis zwei Wochen Pause wir wird es nun ernst! Der 2. Teil des Bundeswettbewerbs ist der schwerste österreichische Mathematikwettbewerb. Er erstreckt sich über 2 Tage, wobei du an jedem der beiden Tage 3 Beispiele bekommst, für deren Lösung du 4,5 Stunden Zeit hast. Natürlich gelten die gleichen Regeln wie für den 1. Teil des Bundeswettbewerbs.

Noch am Donnerstag in der Nacht (a.k.a. ÖMO-Donnerstag) wird die Ergebnisliste ausgehängt. Dann erfährst du, wie du abgeschnitten hast. Die ersten 6 dürfen im Sommer zur IMO fahren, die nächsten 6 die noch nicht Maturanten sind, qualifizieren sich für die Mitteleuropäische Mathematik Olympiade (a.k.a. MEMO).

Auch beim 2. Teil des Bundeswettbewerbs kannst du wieder pro Beispiel maximal 8 Punkte erreichen. Da es hier 6 Beispiele gibt, ergibt das eine maximale Endpunktezahl von 48. Die Punktezahl, die du zur Qualifikation für einen Internationalen Wettbewerb brauchst, schwankt hier allerdings recht stark. Schließlich muss man an zwei Tagen versuchen, eine gute Leistung zu erbringen.

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Damit ist die Österreichische Mathematik Olympiade beendet. Alles, was nach Raach noch folgt, sind internationale Bewerbe, in denen vielleicht du einer derjenigen Auserwählten bist, der ganz Östereich im Ausland vertritt!

Internationale Wettbewerbe

Die MEMO

Die Mitteleuropäische Mathematik-Olympiade (kurz MEMO) ist ein neuer Bewerb, der im September 2007 zum ersten Mal veranstaltet wurde. Informationen über die MEMO sind auf einer eigenen Seite zusammengefasst.

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Die IMO

Die Internationale Mathematik-Olympiade: das große Ziel aller Mathematik-Olympiade-Teilnehmer. Nur die Besten der Besten schaffen es, sich für diesen internationalen mathematischen Wettkampf zu qualifizieren.

Die Internationale Mathematik-Olympiade findet jedes Jahr in einem (mehr oder weniger exotischen) Land statt. Doch keine Sorge, für die Reisekosten kommt das Ministerium auf. Nach der Anreise und der Eröffnungszeremonie findet an den beiden darauffolgenden Tagen der Wettbewerb statt. Pro Tag werden den Teilnehmern 3 anspruchsvolle Aufgaben gestellt, für deren Lösung man maximal 7 Punkte erreichen kann. Den Rest der ein- bis eineinhalb Wochen, die die IMO dauert, verbringen alle Teilnehmer gemeinsam bei verschiedenen Ausflügen und anderen Freizeitaktivitäten. Den offiziellen Abschluss bilden die Preisverleihung und die Schlusszeremonie, den gesellschaftlichen Abschluss am Abend das große Schlussbankett.

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Sonstige Bewerbe (nicht MOL)

Die hier aufgelisteten Wettbewerbe stehen in keinem (direkten) Zusammenhang mit der Mathematik-Olympiade. Der Vollständigkeit halber wollen wir sie aber dennoch kurz erwähnen und Links zu weiteren Informationsquellen zur Verfügung stellen. Weitere Informationen zu (hauptsächlich internationalen) Mathematikwettbewerben finden sich z.B. in Wikipedia.

Mediterranean Mathematical Competition

Die Mediterranean Mathematical Competition (a.k.a. Peter O'Halloran Memorial) ist ein Mathematikwettbewerb, an dem Länder, die am Mittelmeer liegen oder (direkt) an solche Länder grenzen, teilnehmen dürfen (dazu zählt auch Österreich, das z.B. an Italien grenzt). Dieser Bewerb wurde 1998 ins Leben gerufen und besteht für gewöhnlich aus 4 Beispielen, die in 4 Stunden zu lösen sind. Dabei wird der Wettbewerb von jedem Land separat durchgeführt.

Känguru der Mathematik

Beim Känguru der Mathematik handelt es sich um einen Matehmatikwettbewerb für (fast) alle Schulstufen, also nicht nur für die Oberstufe. Nähere Informationen gibt es z.B. in Wikipedia oder auf www2.kaenguru.at.

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Nicht mehr veranstaltete Bewerbe

Der Österreichisch-Polnische Mathematik-Wettbewerb (a.k.a. ÖPMW)

Der Österreichisch-Polnische Mathematik-Wettbewerb wurde zwischen 1978 und 2006 ausgetragen.

Der Österreichisch-Polnische Mathematik-Wettbewerb war, wie der Name schon sagt, ein Länderwettkampf zwischen Österreich und Polen. Er fand jeweils abwechselnd in Österreich und Polen statt, bestand jedoch nicht nur aus dem Mannschaftswettbewerb. Am Beginn stand nämlich ein auf 2 Tage aufgeteilter Einzelwettbewerb analog zum Österreichischen Bundeswettbewerb, bei dem noch jeder Teilnehmer alleine um Punkte kämpfte. Den Abschluss bildete schließlich der Mannschaftswettbewerb, bei dem alle Teilnehmer eines Landes zusammen versuchten, in 4,5 Stunden vier Probleme zu lösen. Abgesehen von den mathematischen Wettkämpfen standen auch Ausflüge zu umliegenden Sehenswürdigkeiten auf dem Programm.

Details zu allen Wettbewerben gibt es auf auf der Webseite der Polnischen Mathematik-Olympiade (auf Polnisch).

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Die Preise

Wenn du nur deshalb an der Mathematik-Olympiade teilnehmen willst, um möglichst viele möglichst große Preise abzuräumen, dann bist du hier falsch. Hauptsächlich sollte es bei der Mathematik-Olympiade nämlich um den Spaß am Beispiellösen, Lernen und Diskutieren mit anderen Gleichgesinnten gehen. Aber selbstverständlich gibt es bei den Wettbewerben auch Preise. Meistens handelt es sich dabei um (natürlich mathematische) Bücher. Beim Bundeswettbewerb gibt es für die ersten paar Plätze auch größere Preise, da hier Texas Instruments als Sponsor gewonnen werden konnte. Daher gibt es für die Erstplatzierten grafische Taschenrechner (wie z.B. TI92 oder TI89) anstatt Büchern.

Außerdem bekommt man bei der ÖMO und bei der IMO Medaillen, wenn man sich in den ersten Rängen platzieren konnte. Jeder bekommt zusätzlich natürlich noch eine Urkunde.

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